Historie

Mercedes-Benz Typ SSK (1928)

Die wohl bekanntesten Wagen dieses Baumusters entstanden auf dem kurzen Fahrgestell mit 2950 mm Radstand. „SSK“ bedeutet „Supersport Kurz“. Der italienische Rennfahrer Carlo Felice Trossi fertigte eine Skizze an, wie er sich einen aerodynamisch sinnvollen Wagen vorstellen würde. Ein englischer Karosseriebauer baute ein Fahrzeug nach dieser Zeichnung. Die Fahrzeuge wurden entweder als Fahrgestell oder als Sportzweisitzer ausgeliefert. Auch für diese Modellreihe gab es unterschiedliche Motorisierungen, die teilweise denen des Typs SS entsprechen: Reihensechszylinder mit Wasserkühlung und Rootsgebläse, OHC-Ventilsteuerung, je Zylinder ein Einlass-, ein Auslassventil, Antrieb der Nockenwelle über Königswelle, zwei Steigstromringschwimmervergaser.

160 PS (118 kW) bei 3300 min−1

Hubraum 7069 cm³ – 160 PS bei 3300 U/Min.

Drehmoment 45,9 kp·m (450 Nm) bei 1920 min-1

Rennsporteinsatz

Von 1927 bis 1933 wurden die Fahrzeuge des Baumusters W 06 in vielen in- und ausländischen Wettbewerben eingesetzt. Einer der bekanntesten Fahrer war Rudolf Caracciola. So begründeten sie den Weltruhm der Daimler-Benz AG als Hersteller schneller Renn- und Sportfahrzeuge.

Insgesamt wurden vom Baumuster W 06 nur knapp 300 Fahrzeuge hergestellt. Dabei wurden später etliche Typen S zum Typ SS und etliche Typen SS zum Typ SSK werksmäßig umgebaut. Der Typ SSKL entstand, wie oben erwähnt, vermutlich ausschließlich durch späteren Umbau von SSK-Typen. Hier bezeichnet sind nur die ursprünglichen Ausführungen:

    Typ S: ca. 150 Stück
    Typ SS: ca. 110 Stück
    Typ SSK: ca. 33 Stück

Vom Typ SSKL entstanden später nur wenige Exemplare; einer wurde als Werksrennwagen betrieben.

Mercedes-Benz SSK

Wie alle Automobilhersteller kämpfte auch Daimler-Benz gegen Ende der 1920er Jahre als Folge der Weltwirtschaftskrise ums Überleben. Die Erfahrungen der vorangegangenen Jahre hatten gezeigt, dass in solchen schlechten Zeiten technisch anspruchsvolle Automobile mit hohem Prestigewert noch die besten Marktchancen hatten. Man entschied sich daher zum Bau einer Reihe betont sportlicher Fahrzeuge, die nicht nur Rennen gewinnen, sondern auch als Alltagsautos genutzt werden konnten. Die Besitzer sollten sich direkt mit den Erfolgen der siegreichen Rennfahrer identifizieren können.

Den Anfang der zunächst unter der Federführung von Ferdinand Porsche entwickelten Modellreihe machte ein verkürzter Tourenwagen mit erhöhter Motorleistung, der mit der Zusatzbezeichnung „K” für „kurz“ bzw. „verkürzte Bauform” versehen wurde. Ihm folgten die Sport- und Supersportwagen „S” bzw. „SS” und schließlich der „SSK”.

Der „SSK” war zwischen 1928 und 1931 der erfolgreichste deutsche Rennwagen und einer der weltweit besten Sportwagen überhaupt. Der bis heute legendäre Rudolf Caracciola feierte mit diesem Modell zahllose Triumphe. Beim Großen Preis von Deutschland 1928 errang Mercedes einen Dreifachsieg mit Caracciola an der Spitze. 1931 konnte Mercedes, wieder mit Caracciola, erstmals die Siegesserie der Italiener bei der Mille Miglia durchbrechen. Im gleichen Jahr zog sich Mercedes aus dem Rennsport zurück und kehrte erst 1934 mit neuen Grand- Prix-Wagen wieder zurück.

Der im Technik Museum Sinsheim gezeigte „SSK” von 1929 ist auch heute noch voll renntauglich. 1988, 1992, 1994 und 1996 nahm er u. a. an der historischen Mille Miglia teil. In zwei Tagen und einer Nacht wurden dabei auf der Strecke von Brescia über Rimini nach Rom und wieder zurück über 1 600 km zurückgelegt. Der 6-Zylinder- Motor mit 7 Litern Hubraum leistet ohne Kompressor rund 170 PS. Mit Kompressor stehen kurzzeitig bis zu 225 PS zur Verfügung. Die Spitzengeschwindigkeit liegt noch immer bei über 200 km/h.